Montag, 11. Juni 2012

länger und glücklich leben

(R:OK)
Heute wieder ein Beitrag im Kontext meines Psychologiestudiums (wie immer alles ohne Gewähr für völlige Korrektheit).

Vorhin habe ich eine Folge von Gehirn und Geist angesehen, bei der es darum ging, glücklich und länger zu leben -- ein Thema für jeden von uns.

Die Sendung besteht jeweils aus einem psychologischen Kurzvortrag von Manfred Spitzer, einem Professor der Universität Ulm. Da ich gerade so begeistert von den Inhalten bin, möchte ich auch die Sendung zum Thema
"positiv länger leben" zusammenfassen.

Spitzer führt an, dass man umso länger lebt, je besser man von den anderen, insbesondere von den Alten denkt. Wer alte Menschen verachtet, weil sie etwa keine wirtschaftliche Leistung mehr erbringen oder langsam sind und wer meint, dass alte Menschen ein trauriges, schmerzhaftes Leben führen, der "programmiert" sein Hirn anscheinend selber darauf, einmal dieser Vorstellung zu entsprechen. Was sich hoch-esoterisch anhört und mich, ehrlich gesagt, skeptisch hat werden lassen, konnte Spitzer jedoch mit Studien untermauern. In einer Studie, die er zitierte, konnte gezeigt werden, dass Menschen, die positiv über Alte denken, später mit höherer Wahrscheinlichkeit mit ihrem Leben zufrieden bzw. in gesundheitlich besserem Zustand sein werden. Man hat Probanden nach 40 Jahren noch einmal aufgesucht und konnte tatsächlich signifikante Unterschiede hinsichtlich des persönlichen körperlich-seelischen Zustandes feststellen.

Ein weiterer (ebenfalls hoch interessanter) Aspekt der Sendung bestand in der Frage, wie wir mit Geld umgehen müssen, damit wir glücklich werden. Mir war bereits bekannt, dass Geld nicht automatisch glücklich macht. Mir war zudem bekannt, dass Geld immer dann glücklich macht, wenn es Menschen sehr schlecht geht und dass ein Mehr an Geld die Zufriedenheit nicht mehr erhöht, wenn es einem schon gut geht.

Spitzer zeigte auch dazu eine Studie: Eine Zunahme an Geld bei Menschen die weniger als 20.000 USD/Jahr verdienen führt zu einer Zunahme an Glücklichsein. Dies begründet sich wohl dadurch, dass grundlegende Dinge erworben werden können (etwa eine Wohnung, eine Krankenversicherung usw.). Verdienen Menschen hingegen statt 30.000 USD plötzlich 40.000 USD, macht das keinen Unterschied bzw. normalisiert sich nach einiger Zeit wieder auf den bisherigen Glückslevel. [Update vom Sept. 2012: Ich habe neulich gelernt, dass Glück im Kontext von Wohlstand immer in *relativer* Bedeutung steht. D.h.: Im Kontext Ich vs. "die anderen" sollte ich möglichst gut dastehen.Vgl. DRadio Wissen. "languages of emotion", Teil 2. (wie immer ohne Gewähr)]

Was uns hingegen glücklich macht, das ist, wenn wir Geld für andere ausgeben. Geht es uns bereits gut, erfahren wir nur zusätzliches Glück, wenn wenn wir Geld an andere geben.

Spitzer schließt die Sendung mit der Aussage, dass Menschen soziale Wesen sind, die nur in guter Verfassung sozial bleiben können. Wir brauchen soziale Umgebungen seiner Aussage nach mehr, als andere Lebewesen (die allerdings auch darauf angewiesen seien). Spitzer führt hierzu noch ein letztes Beispiel mit Ratten an. Man hat Ratten in zwei Gruppen aufgeteilt. Die einen Ratten wurden isoliert unter sonst gleichen Bedingungen großgezogen, die anderen in der Gruppe. Die Ratten in der Gruppe lebten generell länger, als die isolierten Ratten.

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