Mittwoch, 8. Februar 2012

Homunkulus-Fehlschluss

(R:OK)
Beim nächtlichen Psychologiestudium tat ich mich gestern Nacht noch schwer, den Homunukulus-Fehlschluss zu verstehen. Nachdem ich die Thematik nun relativ gut verstanden habe, möchte ich das Gelernte bloggen.

Keil führt auf, dass dar Homunukulus-Fehlschluss auf Aristoteles zurückzuführen sei, der schrieb, zu sagen, die Seele würde sich entzürnen, sei ähnlich zur Aussage, die Seele würde ein Tuch weben [2].

Der Begriff selber kommt nicht von Aristoteles, allerdings sei seine Entstehung auf Aristoteles' Aussage basierend. Gegenstand des Homunukulus-Fehlschlusses ist nämlich die Tatsache, dass Repräsentant von Wissen und Repräsentandum (also das jeweilige Wissen selbst) verwechselt werden würden [1]. Im FernUni-Skriptum findet sich dabei die Erläuterung, dass wenn wir Informationsverarbeitung betreiben und dabei Wissen unserer Umgebung verarbeiten, es also (wenn ich das richtig verstanden habe) innerlich, als Modell repräsentieren, dass dann das Repräsentierte nicht in uns ist, sondern nur das Modell dieses repräsentierten Wissens in uns (oder unserem Denkapparat gespeichert) ist. (Korrekturen bitte als Kommentar.)

Wenn nun gesagt wird, die Seele fühlt Mitleid, dann weisen wir allerdings einer menschenähnlichen Gestalt (=Seele) die Funktion des Menschen zu. Stattdessen müsste es heißen: Der Mensch fühle mittels der Seele [2]. Dieser Fehler wird als Homunukulus-Fehlschluss tituliert. Im FernUni-Skriptum wird in diesem Zusammenhang das "Umgebungsbild" (also das, was wir über unsere Umgebung lernen, ein Modell der Umgebung) verwendet. Wir haben nicht wirklich ein "Bild" in uns, dass von einem anderen erst interpretiert werden müsste, sondern eben ein Modell der Umgebung, das wir selber interpretieren können.

Quellen:
[1] Renner/Mack/Mendzheritskaya, Skriptum "Einführung in die Psychologie und ihre Geschichte, Kurseinheit 1: Einf. in die Grundlagen- und Anwendungsfächer der Psychologie", FernUni Hagen, 2011.
[2] Keil: Über den Homukulus-Fehlschluss, eJournal Philosophie der Psychologie, Juli 2010. http://www.jp.philo.at/texte/KeilG1.pdf

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