Donnerstag, 8. Dezember 2011

Der Unterschied zwischen wissenschaftlicher Psychologie und Alltagspsychologie

(R:OK)
Wieder etwas aus meinem Psychologie-Studium an der FernUniversität in Hagen:

1. Wie gelangt die Psychologie eigentlich zu ihren Erkenntnissen?

2. Weshalb sind diese Erkenntnisse von höher Qualität als bei unserer alltäglichen Psychologie, mit der wir etwa unsere Kollegen und Freunde beurteilen?

Zunächst einmal ist die Psychologie eine Wissenschaft. Als solche verwendet sie Methoden, die wir im Alltag nicht anwenden. Dazu zählt etwa, dass Experimente durchgeführt werden, um zu Erkenntnissen zu gelangen. Diese Experimente werden überwacht, nach genauen Regeln, ethischen Grundsätzen und allgemein anerkannten Maßstäben durchgeführt, protokolliert und anschließend ausgewertet. Bei Auswertungen in der Psychologie kommt in der Regel die Statistik zum Einsatz. Resultate müssen reproduzierbar sein und werden vor einer Veröffentlichung durch andere Wissenschaftler überprüft. Erst  dann, wenn auch diese anderen Wissenschaftler die Erkenntnisse für korrekt erachtet haben, werden sie etwa in einem Journal publiziert -- also ähnlich, wie in der Informatik.

Psychologische Experimente belaufen sich dabei nicht bloß auf Fragebögen oder Interviews. Stattdessen können auch technologische Instrumente (etwa zur Überwachung der Hirnaktivität) oder speziell gestaltete Testlabors zum Einsatz kommen.

In der Alltagspsychologie gibt es hingegen viele Dinge, die wir nicht bedenken, die uns bei "Experimenten" im persönlichen Umfeld nicht bewusst sind, oder die wir falsch wahrnehmen, weil uns das Wissen fehlt, um falsche Wahrnehmungen zu erkennen.

Ein weiterer Punkt ist der, dass wir im Alltag ungenaue Begriffe für die Beschreibung psychologischer Themen verwenden. Wenn beispielsweise jemand sagt, er sei heute "nicht gut drauf" -- was bedeutet diese Aussage genau? Geht es der Person psychisch oder physisch nicht gut? Was genau ist der Grund das Befinden? ...

Nicht vergessen werden soll an dieser Stelle auch, dass bei psychologischen Experimenten sichergestellt werden muss, dass der Beobachter des Experiments nicht selbst (unbewusst) bestimmte synthetische Resultate in das eigentliche Resultat interpretiert, die gar nicht vorliegen. Insbesondere dürfen keine Vorurteile eine Rolle spielen und die Beurteilung muss so objektiv, wie nur irgendwie möglich, ablaufen.

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