Mittwoch, 23. Februar 2011

Vorteile freier Software am Beispiel von Linux

Dieses Posting ist für Jedermann. Wenn man es gewohnt ist, mit freier Software zu arbeiten, dann merkt man manchmal gar nicht, wie groß die Vorteile derselben sind, bis man wieder mit kommerzieller Software in Kontakt kommt. Heute ein Posting zur Erinnerung an Vorteile freier Software aus einer Sicht, wie sie ein normaler PC-Anwender hätte.

(Date/Datum: 080812-14:27, Hits: 3710) Ich werde mich kurzfassen um langweilige Ausführungen zu vermeiden (es wird eh genug Text geben), dieses Posting richtet sich vorallendingen an den normalen Windowsbenutzer und stellt freie Software über dessen Vorteile vor. Natürlich gibt es auch Nachteile (manchmal fehlender Support, wobei es ja für wichtige Software auch kommerziellen Support gibt), aber diese sind meines Erachtens nach nicht sonderlich groß (besonders nicht für Privatanwender).
1. Vorteil: Kosten werden gespart. Auf dieses Postingthema bin ich gekommen, da ich heute den Ubuntu-Linux-Rechner meiner Eltern auf die aktuelle Version update. Man kann sich dies Vorstellen wie ein Update von Windows XP auf Windows Vista. Nur mit einem entscheidenen Unterschied: Es kostet nichts! Man hat sich also analog das Geld für Windows Vista gespart? Ja, aber man hat sich auch das Geld für Windows XP gespart! Würden öffentliche Einrichtungen und Firmen noch mehr, als bisher, auf freie Software setzen, würden unglaubliche Geldmengen eingespart werden. Zum Glück verwenden bereits viele Einrichtungen freie Software.
2. Vorteil: Featurereichtum und Vielfalt freier Software. Freie Software bietet mittlerweile derartig viele Features, dass sie den kommerziellen Produkten oft nicht mehr nachstehen bzw. sie sogar übertrumpfen. Man denke an freie Software wie den Firefox-Browser (Kommerzielles-Gegenstück: Internet-Explorer) oder das Mailprogramm Mozilla Thunderbird (Kommerzielles-Gegenstück: Outlook Express) bzw. das Mailprogramm Evolution für Linux (Kommerzielles Gegenstück: Microsoft Outlook und andere). Auch ganze Office-Umgebungen wie OpenOffice.org oder KOffice, die von der Textverarbeitung über Tabellenkalkulation und Datenbanksoftware bis hin zur Präsentationssoftware in jeglicher Hinsicht mit Programmen wie Microsoft Office Word/Excel/Powerpoint/... vergleichbar sind. Auch Desktop-Publishing Software wie Scribus oder das Grafikprogramm GIMP (Kommerzielles Gegenstück: Adobe Photoshop) sind sehr ausgereift. Man denke auch hier wieder an Vorteil #1: Kosten-Ersparnis! Auch im Unternehmensbereich, etwa bei Serveranwendungen wie Webservern, Datenbanksystemen etc. stellt freie Software hochqualitative Gegenstücke bereit. Unser Unternehmen etwa benutzt ausschließlich freie Software (LAMP+Exim+...) und spart damit hohe Lizenzkosten! Übrigens stehen die grafischen Oberflächen, die etwa Linuxsysteme mit sich bringen, in Punkto Benutzerfreundlichkeit und Grafikeffekte Oberflächen wie der von Mac OS X oder Windows Vista in nichts nach! Videos davon kann man sich hier (3D Effekte, Transparenz usw.), hier (ebenso) und hier (zeigt den KDE-Desktop in der aktuellen Version 4.1) ansehen.
3. Vorteil: Freiheit. Wer heute Windows Vista kauft, der kauft nur eine Lizenz des Produkts, er darf sein Vista nur auf einem Rechner installieren, hat Beschränkungen bzgl. der Anzahl der Prozesssoren, Hauptspeichermenge, der gleichzeitig auf dem System arbeitenden Benutzer usw. Wenn man stattdessen Linux oder *BSD verwendet, hat man dieses Problem (zumindest mit Ausnahme bestimmter kommerzieller Supportverträge, die für Heimanwender und auch einen Teil der Firmen nicht von Belang sind) nicht. Egal, ob man das Linux-System 1x oder 1000x installiert hat und ob man es auf einem Heimrechner mit einem CPU und 1 GB Hauptspeicher installiert, auf Server mit 4 CPUs und 64 GB Hauptspeicher und 20.000 Benutzern, oder ob man es auf einem Supercomputer installiert: Man darf es tun und man kann damit machen was man will! Apropos Supercomputer: Es gibt eine aktuelle Liste der 500 schnellsten Supercomputer, die derzeit existieren. Davon werden 427 (!), das sind 85.4%, mit Linux betrieben! Fünf hingegen werden mit Windows betrieben.
4. Vorteil: Update für alles! Linux-Distributionen verwenden Paketmanager. Vergleicht man dies mit Windows, sieht man, dass Windows auch über einen Updatemanager verfügt. Dieser updated allerdings nur die Programme von Microsoft, die zum Windows-System gehören. Alle anderen Anbieter verwenden entweder einen eigenen Updatemanager oder gar keinen! Der Vorteil der Paketmanager unter Linux (und ähnlichen freien Betriebssystemen) ist, dass generell alles updated wird. Das heißt, dass bei einem Update mit wenigen Klicks neue Versionen für alles vom Betriebssystemkern hin bis zum Browser auf neue Versionen hin überprüft und ggf. aktualisiert wird!
Weitere Vorteile. Es gibt noch zahlreiche weitere Vorteile, etwa den offenen Quellcode oder die unzähligen freien Entwicklertools, aber diese Vorteile sind für Heimanwender in der Regel nicht so sehr von Belang, weshalb ich sie hier nicht aufführen werde.
Nachteile für Heimanwender: Zunächst einmal muss man sich an das neue System gewöhnen. Ich finde aber, dass die Vorteile klar überzeugen und die Gewöhnung auch viel Spaß machen kann. Ein weiterer Nachteil (und das ist wohl der größte) ist, dass Windows-Programme nicht einfach auf Linux lauffähig sind. Zwar gibt es viele Programme, die auf beiden Betriebssystemen laufen (etwa Firefox oder OpenOffice.org), aber man kann eben keine .exe-Dateien ausführen und die meisten Computerspiele gibt es nach wie vor nur für Windows. Dies wird aber nicht ewig so bleiben und ändert sich langsam.
Links. Wem ich freie Software nun schmackhaft machen konnte, dem kann ich empfehlen, eine der aktuellen Linux-Distributionen herunterzuladen. Und sich die folgenden Links anzusehen.

Kommentare:
Von: Sebastian
Ieks. :-/ Nettes Posting, aber... du verwechselst Freie Software mit OpenSource hier mehrfach.

Bei 1. Kosten gehst du davon aus, dass es kostenfrei für dich ist. Dies ist bei FreeSoftware nicht immer der Fall: you should think of free as in free speech, not as in free beer , http://www.gnu.org/philosophy/free-sw.html

Bei 2. Featurereichtum zählst du auch einige Software auf - jede davon ist sicher OpenSource, bei FreeSoftware würde ich das nicht behaupten. Ausserdem ist bei der Behauptung, dass GIMP brauchbar und ein echter Photoshop-Ersatz ist, sehr viel Spielraum. Ich habe schon Menschen Stunden lang darüber sich streiten hören. Es kommt immer auf die Anforderungen der Leute an.

Bei 4. Updatefreiheit - Naja. Wenn du dir ThirdParty-Software unter GNU/Linux installierst, hast du dafür auch kein Updatesupport und so ist s halt auch bei Windows. Aber ja, die Paketmanager machen einem das Leben schon leichter, mal mehr und mal weniger .oO(Slackwares Packetmanager würde ich auch nicht als grossen Vorteil gegenüber einem Windows empfehlen). Und für MacOS X gibt s bspw. auch brauchbare Programme, was nebenen deiner Softwareaktualisierung für den Apple-Teil auch ThirdParties abklappert und nach Updates automagisch sucht. Also auch dort ist nicht kommerziell gleich kommerziel gleich schlechter als (vermeindlich) frei.

Bei Nachteile sollte man wirklich eine längere Migrationsphase anführen. Man sollte sich an OpenSource-Software langsam gewöhnen. Auf Windows schonmal OpenOffice und Firefox probieren und so stückweise den Absprung schaffen.



Sieh s bitte nicht als Kritik von mir, ist mir blos so aufgefallen beim Durchlesen. :-)

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Von: Steffen
Zur Verwechslung: Wikipedia sagt: "In der eigentlichen Bedeutung unterscheidet sich die Open-Source-Definition nicht von freier Software. Der Begriff Open Source Software scheint aber mit der Betonung der Überlegenheit des Entwicklungsprozesses (siehe The Cathedral and the Bazaar von Eric Steven Raymond) eher die Entwicklersicht wiederzugeben, während der Begriff Freie Software den Nutzen für den Anwender und die Gesellschaft heraushebt."; Zu den Kosten: Die meiste (besonders die allgemeinwichtige) freie/open source-Software ist gratis. Das man auch Geld verlangen kann, würde (das Posting richtet sich an normale PC-Nutzer und Anfänger) hier ehr für Verwirrung sorgen, fürchte ich. Zum Thema Slackware hast Du auch meine volle Zustimmung. Da habe ich mich bereits hier zu ausgelassen: http://steffen-wendzel.blogspot.com/2011/02/slackware-will-never-die-teil-1-und-2.html
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Von: Sebastian
Ah. Den Slackware-Artikel kannte ich noch nicht. Aber erstaunlich wie gut du es dennoch da stehen lässt. ;-)
Naja. Distributionen sind eh reine Geschmackssache finde ich.

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Von: Rainer
Dein Posting spricht mich sehr an. Seit nunmehr 15 Jahren ausschließlich mit Windows-Systemen beruflich befasst, entdecke ich nun Linux für mich.

Ich habe vor wenigen Wochen auf einem IBM Thinkpad A31 OpenSuse 11 installiert, und bin nach den ersten Versuchen und Tests begeistert über dieses System. OpenSuse läuft auch auf einem älteren System sehr gut.

Ich bin mir klar, dass für den Anfang eine harte Einarbeitungszeit vor mir steht, um auch die Tiefen des Systems kennenzulernen. Doch bei Windows war dies noch nie anders, wenn ein Nachfolger in Sicht kam.

Linux macht viel mehr Spaß.

Mehrere Versuche, mich an Vista zu gewöhnen, sind gescheitert.

Nun also Linux. Auf der Systems habe ich zudem die aktuellen Notebookmodelle von Mac in der gebotenen Kürze der Zeit inspiziert und war von der Genialität des Betriebssystems und der Standardprogramme begeistert.

Für die Zukunft denke ich an einen Wechsel in meinem privaten Arbeitszimmer zu Apples MacBook.

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