Mittwoch, 23. Februar 2011

Rezension: Wir nennen es Arbeit

Endlich habe ich mit "Wir nennen es Arbeit" von Holm Friebe und Sascha Lobo mal wieder ein wirklich gutes Buch durchgelesen. Hier kommt die verdiente Rezension. (Date/Datum: 2008-09-28-19:23, Hits: 962)

In "Wir nennen es Arbeit" geht es darum, welche Möglichkeiten heute bestehen, im Internet Geld zu verdienen und wie sich so eine Tätigkeit gestalltet. Außerdem geht es um die damit verbundene Kultur.

Wir nennen es Arbeit (Amazon)Das Autorenduo gibt zunächst einen Einblick in den Begriff der 'digitalen Boheme', mit dem die kreativ schaffenden, selbständigen Menschen gemeint sind, die durch das Internet ihr Geld verdienen. Im Nachwort erfährt man dann auch, dass sich der Ursprung des Wortes auf 1994 zurückdatieren lässt. Später widmen sich die Autoren dann noch der Einengung, der man unter Umständen bei einer Festanstellung unterliegt, dem Thema Respekt als Währung innerhalb der digitalen Boheme-Subkultur, den Möglichkeiten, die sich den so tätigen Menschen bieten, dem Arbeiten in öffentlichen Cafes (das gesamte Kapitel 'Place does matter' ist besonders empfehlenswert!), Blogs, dem Geldverdienen über Online-Spiele und diversen anderen interessanten Themen.

Sehr gut gefällt auch, dass im letzten Kapitel noch der Gedanke einer neuen Renissance eingebracht wird und das Grundeinkommen sowie ein Ausblick auf eine alternative Gesellschaftsbeschäftigung aufgenommen wurde.

Steht man dem Begriff der digitalen Boheme zunächst vielleicht noch minimalskeptisch gegenüber, so wird dies im Laufe des Buches anders. Mit einer gewissen Faszination habe ich die Kapitel als selbst Betroffener verschlungen -- endlich eine öffentliche Arbeitsweise mit der man sich identifizieren; und sie hat sogar einen Namen! Insgesamt zeichnen die Autoren ein äußerst positives Bild der digitalen Boheme und lassen dabei leider kaum die Nachteile (etwa sich selbst um Buchführung und Papierkram zu kümmern oder die Schwierigkeit, eine kommerzielle Webseite bekannt zu machen) durchblicken, die so ein Leben mit sich bringt.

Insgesamt vergebe ich 4.7 von 5.0 möglichen Punkten, sowas gibt es selten! Diese Rezension bezieht sich auf die aktualisierte Auflage von 2008.

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