Mittwoch, 23. Februar 2011

Rezension: Die Software-Rebellen

Das Buch 'Die Software-Rebellen' von Glyn Moody ist äußerst detailreich und behandelt die "Erfolgsstory von Linus Torvalds und Linux". (Date/Datum: 2008-09-28-19:23)

Die Software-Rebellen Zweifellos hat es Glyn Moody in 'Die Software-Rebellen' geschafft, eine tolle geschichtliche Abhandlung der Entstehungsgeschichte von GNU, Linux und einigen anderen großen Projekten zu liefern. Ließt man dieses Buch, dann kommt man zwischendurch in die Versuchung sich doch noch den großen Aufgaben es Unix-Hackers zu stellen und sich ein eigenes Mini-OS und einen eigenen Editor sowie einen eigenen Compiler oder Interpreter zu programmieren.
So ein Buch kann nur jemand schreiben, der sich mit der Geschichte dieser Projekte und der Personen, die dahinterstecken, enorm gut auskennt, was man an der Detailverliebtheit der einzelnen Kapitel merkt. Teilweise sind allerdings SO viele Details im Buch, das es langweilig wird. Man kann wirklich erfahren, wer wann was in welche Newsgroup gepostet hat und wer auf welches Posting wie antwortete. Wie konnte Moody nur seine Faszination aufrecht erhalten und diesen Schreibprozess überstehen? Eine wirkliche Meisterleistung, aber wie gesagt: Die Langeweile fördert diese Herangehensweise auch.
Doch weiter zum Inhalt! Dieses Buch liefert seltene und besondere Einblicke in geschichtliche Entwicklungen und nach diesem Buch weiß man definitiv mehr. Dies liegt auch daran, dass der Autor es schafft, Elemente wie die Bedeutung der Atmosphäre im MIT-Lab für Richard Stallman sowie die grandiose Analyse der Situation der Parallelentwicklung mehrerer Unix-Derivate und den damit verbundenen Nachteil (doppelt-gemoppelter Code, Benutzerfreundlichkeit, ...) gegenüber Windows gut zu skizzieren. Und obwohl man seltene Aussagen findet, denen man nun wirklich nicht zustimmen kann (etwa, dass Emacs die "berühmteste und leistungsfähigste Software, die je geschrieben worden (ist)" sein soll), findet man auch kritisches Denken in diesem Buch (etwa das "Ich-will-der-beste-Hacker-sein-Verhalten beim Krieg der Unix-Derivate).
Insgesamt ist das Buch sehr gelungen, hätte aber auch einige langweilige Details und eben an ein, zwei Stellen den Superlativ einsparen sollen. Daher vergebe ich 4.5 von 5.0 Punkten, die sich das Buch besonders durch seine recht seltenen Hintergrundinformationen sowie die teilweise sehr gute Situationsanalyse des Autors gesichert hat.

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