Mittwoch, 23. Februar 2011

OpenSource-Geschichte

(R:OK)
Heute habe ich für die nächste Auflage (erscheint nicht vor 2009/2010!) von unserem Buch 'Linux. Das distributionsunabhängige Handbuch' das Kapitel zur Geschichte von Linux und OpenSource erweitert.

(Date/Datum: 080728-18:27, Hits: 1157)

Wichtige Details sind hinzugekommen (etwa die Gründe, die Richard Stallman (Blog) dazu bewogen haben, das GNU-Projekt zu gründen oder die Tatsache, das es Bootdisks und Rootdisks gab, die quasi als Schritt zwischen reinem Kernelquellcode und dem Softlanding Linux System (SLS), also quasi der ersten Linux-Distribution, zu betrachten sind).


Zu Richard Stallmans Gründen, das GNU-Projekt zu gründen: Stallman ja zunächst am Labor für künstliche Intelligenz am MIT beschäftigt. Das Ganze hat sich dann nach und nach aufgelößt (soweit ich weiß wurden die einzelnen Mitarbeiter in Firmen tätig, aber genaue Gründe sind mir nicht bekannt, weshalb ich hier auch im Buch nicht ins Detail ging, denn etwas Falsches möchte ich nicht schreiben). Stallman vermißte die Hacking-like Atmosphäre am MIT und erhielt diese erst im Rahmen seines GNU-Projekt wieder. Ein anderer Grund zur Gründung des GNU-Projekts war, dass damals mehr und mehr Code binär vertrieben wurde (das bestätigen zumindest zwei Bücher und Wikipedia) und Stallman quelloffene Software weiter existent haben wollte (und Ziel des GNU-Projekts ist es ja nunmal, dass ein freies Betriebssystem entsteht). Daher gibt es auch die von Stallman vorgeschlagene Bezeichnung 'GNU/Linux' (aber das ist bereits in der aktuellen Auflage erklärt).

Zu Boot/Rootdisks: Linus Torvalds (also der Mann, der Linux zunächst alleine entwickelt hatte), fing an, Images von Boot- und Rootkdisks auf den FTP-Server zu laden, auf dem auch die Kernelimages lagen. Der Grund dafür ist, dass nicht jeder Anwender wusste, wie man seinen eigenen Kernel kompiliert, dann bootet und Software für dieses System baut (klar!, kann heute auch kaum jemand!). Die Boot/Rootdisks haben diese Situation etwas erleichtert. Zunächst wurde die Bootdisks in den Rechner eingelegt und der Rechner neu gestartet.
Die Bootdisk beinhaltete den Linux-Kernel, der dann geladen wurde. Nachdem der Kernel-Bootvorgang abgeschlossen war, musste man dann die Rootdisk einlegen, sie enthielt verschiedene Grundprogramme, mit denen man dann bereits arbeiten konnte. So wurde Linux schließlich einer viel höheren Zahl an Anwendern zugänglich. Der nächste Schritt, den man in Richtung Benutzerfreundlichkeit unternahm, war dann das SLS (s. oben), das die erste Linux-Distribution darstellte. Linux-Distributionen beinhalten bereits den Linux-Kern sowie diverse Benutzersoftware und eine Installationsroutine. Später hat Patrick Volkerding dann die heute älteste noch bestehende Linux-Distribution "Slackware-Linux" gegründet. Slackware-User mussten (das habe ich selbst noch in Erinnerung) noch viele Jahre die Images der Boot- und Rootdisks auf Disketten schreiben. Allerdings gab es eine ganze Reihe verschiedener vordefinierter Bootdisks zur Auswahl (etwa eine mit IDE-Treibern, eine mit einer gewissen Anzahl von SCSI-Treibern usw.).

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