Mittwoch, 23. Februar 2011

Distributionen zwischen Stabilität und Zukunft

(R:OK)
Linux-Distributionen haben ein Problem. Einerseits verspielen sie ihr Stabilitätsimage und andererseits gewinnen Sie dadurch viele neue Benutzer.
(Date/Datum: 2008-06-26 20:19)

Linux-Distributionen werden bunter, komfortabler, benutzerfreundlicher und komplexer. Komplexität ist nicht nur schlecht, bedeutet es doch oftmals auch, dass mehr Pakete, mehr Funktionalitäten in den Paketen und mehr Hardwareunterstützung verfügbar sind.

Auch Benutzerfreundlichkeit ist prima: Die Konfiguration des Systems geht wie von allein. Kurz: Jeder kann heute Linux verwenden und damit alles machen, was er sonst auch unter Windows tun würde (natürlich mit Ausnahme eventueller Spezialfälle weniger Benutzer).

Aber überstürzen sollte man den Entwicklungsprozess im Endbenutzerbereich (etwa Desktop-Umgebungen, Browser, Office-Umgebungen etc.) dabei trotzdem nicht. Die frisch gewonnenen Benutzer sind schnell wieder verloren, wenn Enttäuschungen auftreten. Enttäuschungen treten auf, wenn Programme zwar bunt sind, aber eben abstürzen. Natürlich: Funktionalität steht im Konflikt mit Stabilität und ich unterstelle den Entwicklern und Leitern der großen Open Source-Projekte, dass ihnen bewusst ist, zwischen beidem vernünftig abzuwägen.

Noch ist Linux ein äußerst stabiles System. Das Grundsystem ist sowieso mehr als stabil und Linux ist im Bereich Server, Security und ähnlichen Bereichen großartig! Der Kernel wird qualitativ hochwertig entwickelt und die Basistools wie die bash, der vi, ifconfig oder getty sind seit Jahrzehnten im Test und in der Weiterentwicklung. Sie sind nach wie vor vollkommen zeitgemäß und ihre Stabilität lässt nirgends zu Wünschen übrig.

Dennoch! Ernste Anzeichen von Instabilität sind im Bereich der GUI-Anwendungen aufgetreten. Seit einigen Tagen stürzt etwa OpenOffice.org bei mir ständig ab. Was die Distributoren dagegen unternehmen? Einiges! Vor allem aber ist man vorsichtig. Als vor einiger Zeit die neue KDE-Version 4.0 erschien (mittlerweile sind wir bei Version 4.1beta2) haben die Distributionen ihre primäre KDE-Variante auf der letzten (und eben stabileren) 3.x'er Version (3.5.9) belassen. Slackware, Ubuntu und Co. bieten einfach weiterhin Version 3 an. Zwar gibt es bei einigen Distributionen auch die 4'er Version KDE, aber diese ist eben nicht die Defaultversion -- eben gedacht für die, die wissen, was sie tun oder die es einfach ausprobieren möchten.

Ich hoffe, diese Strategie wird von den Distributoren beibehalten werden!

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